Aufbau einer Bilanz im Rechnungswesen

Bitte beachte unbedingt folgenden Hinweis:

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich weder Steuerberater noch Anwalt bin. Die Inhalte dieses Artikels sind sorgfältig recherchiert, trotzdem kann keine Garantie für die Richtigkeit übernommen werden. Bei Fragen sollte man sich an einen Steuerberater oder Fachanwalt wenden. Eine Haftung für Hinweise aus diesem Artikel ist ausgeschlossen.

 

Was ist die Aufgabe einer Bilanz?

Die Bilanz gibt Auskunft über den Vermögens- und Schuldenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt, dem so genannten Stichtag.

 

Was ist nötig, um eine Bilanz aufzustellen?

Hierfür ist eine Inventur nötig.

Dort wird zum Beispiel das Material im Lager gezählt. Die Inventur erfasst das Inventar.

Die Werte der im Unternehmen vorhandenen Materialien ändern sich ständig. Zum Beispiel verlieren technische Geräte durch Alterung an Wert. Deswegen ist eine Bilanz immer nur eine Momentaufnahme. Einen Tag später können sich die Vermögenswerte schon wieder verändert haben.

 

Muss man eine Bilanz erstellen bzw. wer muss eine Bilanz erstellen?

 

Rechtliche Grundlagen

Gemäß des Handelsgesetzbuchs muss ein Kaufmann eine Bilanz erstellen. Kaufmann ist grundsätzlich jemand, der ein Geschäft mit der Absicht einen Gewinn zu erzielen betreibt.

Nebenbei bemerkt: Kaufmann sein hat nicht unbedingt etwas mit einer kaufmännischen Berufsausbildung zu tun. Gemäß des HGB ist jemand Kaufmann, wer ein Handelsgewerbe betreibt. Hier findest du die Definition eines Kaufmanns nach dem Gesetz.

 

Zu welchem Zeitpunkt muss eine Bilanz erstellt werden?

Die Bilanz ist zum Ende des Geschäftsjahres eines Betriebs aufgestellt werden. Das muss nicht zwangsläufig das Kalenderjahr, also bis zum 31.12., sein.

Fußballvereine zum Beispiel haben ihr Geschäftsjahr in der Regel vom 01.07. bis zum 30.06.

Zusätzlich ist eine Bilanz bei der Aufnahme der Geschäftstätigkeit aufzustellen. Auch hier haben sind alle Vermögensgegenstände und Schulden zu erfassen.

Die rechtlichen Grundlagen hierzu findest du in §242 HGB.

 

Kann sich ein Kaufmann auch von der Pflicht, eine Bilanz aufzustellen befreien lassen

Auch die Möglichkeit kann bestehen.

In diesem Fall darf ein Einzelunternehmen zwei Jahre in Folge nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn gemacht haben.

In diesem Fall kann sich ein Einzelunternehmen von der Pflicht zur Aufstellung einer Bilanz befreien lassen.

 

Aufbau einer Bilanz im betrieblichen Rechnungswesen

 

Zwei Seiten einer Bilanz

Der Aufbau einer Bilanz im Rechnungswesen besteht aus grundsätzlich zwei Hälften.

Rechts ist die so genannte Aktiv-Seite, links ist die Passiv-Seite.

 

 

Aufbau einer Bilanz im Rechnungswesen

Aktiv Seite der Bilanz

Hier findest du alle Vermögenswerte des Unternehmens.

Das kann folgendes beinhalten:

  • Fuhrpark
  • Büro- und Geschäftsausstattung
  • Wertpapiere (zum Beispiel Aktien)
  • Immaterielle Vermögensgegenstände (zum Beispiel Lizenzen und Patente)
  • Also alles, was in irgendeiner Form einen Wert hat

 

Diese Vermögensgegenstände unterliegen Wertschwankungen. Beispielsweise können Wertpapiere an Wert verlieren. Das ist der Fall, wenn man in den Medien von „Abschreibungen“ bzw. „Sonderabschreibungen“ hört.

Abschreibungen sind „normale“ Wertverluste, beispielsweise wenn technische Geräte veralten.

Sonderabschreibung in der Bilanz sind nicht erwartete Wertberichtigungen. Zum Beispiel, wenn festgestellt wird, dass das Firmengelände mit Chemikalien verseucht ist (ist natürlich ein krasses Beispiel).

 

Passiv Seite der Bilanz

Hier wird erfasst, wie die Vermögensgegenstände des Unternehmens finanziert wurden.

 

Das lässt sich ganz gut anhand eines Beispiels verdeutlichen:

Nehmen wir an, es wird eine neue Maschine für 500.000 Euro auf Kredit gekauft. Diese Maschine stellt einen Vermögensgegenstand dar.

Wie wir im Teil über die Aktiv Seite der Bilanz gelernt haben, erhöht sich die linke Seite (Aktiv Seite) der Bilanz um 500.000 Euro.

Nun müssen wir uns um die Passiv Seite der Bilanz kümmern. Hier gibt es den Punkt „Verbindlichkeiten“, also Schulden. Da wir den Kaufpreis der Maschine der Bank oder dem Lieferanten schulden, erhöht sich der Post „Verbindlichkeiten“ in dem Maße, wie die Aktiv Seite der Bilanz steigt.

Nebenbei bemerkt: Die Aktiv- und Passiv Seite der Bilanz müssen immer den gleichen Wert aufweisen. Sonst hast du etwas falsch gemacht 😉

 

Zusammenfassung zur Aktiv- und Passiv Seite der Bilanz

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Aktiv Seite der Bilanz Auskünfte darüber gibt, welche Mittel im Unternehmen vorhanden sind.

Die Passiv Seite informiert darüber, wie die Mittel finanziert wurden, zum Beispiel über eigene finanzielle Mittel oder über Schulden.

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