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kurzfristige Preisuntergrenze berechnen
kurzfristige Preisuntergrenze berechnen

Kurzfristige Preisuntergrenze

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In deiner Weiterbildung werden im Rechungswesen die Begriffe kurzfristige Preisuntergrenze und langfristige Preisuntergrenze fallen.

Was es mit der kurzfristigen Preisuntergrenze auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel. Die langfristige Preisuntergrenze erkläre ich in zwei Wochen.

https://www.youtube.com/watch?v=WADxQ47OEX0

Teil 1 der Serie zu Preisuntergrenzen. Hier geht es zu Teil 2.

Definition kurzfristige Preisuntergrenze

Definition

Die kurzfristige Preisuntergrenze (übliche Abkürzung „KPU“) definiert sich dadurch, dass die variablen Kosten durch den Verkaufpreis abgedeckt werden, die anteiligen Fixkosten aber nicht mit einfließen.

 

Was heißt das konkret?

Der Verkaufspreis eines Produkts setzt sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen.

Diese sind (vereinfacht ausgedrückt):

  • Einkaufspreis des Produkts (variable Kosten)
  • Lohnkosten für die Weiterverarbeitung
  • Eine anteilige Umlage für Gemeinkosten (Nutzung einer Lagerhalle, Energiekosten und nicht direkt zurechenbare Kosten wie beispielsweise für den Werkschutz in Großunternehmen)
  • Gewinn für das Unternehmen

 

Unter „normalen“ Umständen müssen die Kosten der Punkte 1 bis 3 im Verkaufspreis stecken. Wird das Produkt für weniger verkauft, macht das Unternehmen einen Verlust.

Der Gewinn ist natürlich das eigentlich Ziel und das Unternehmen muss ausreichend Gewinne machen, um für schlechte Zeiten vorzusorgen. Aber das tut in diesem Beispiel nichts weiter zur Sache.

 

Praxisbeispiel kurzfristige Preisuntergrenze berechnen

Ein Betrieb produziert Tische. Dazu beschafft man Zukaufteile und muss die Arbeitskosten der Mitarbeiter mit in den Verkaufspreis mit einfließen lassen.

Konkret entstehen folgende Kosten:

    Tischplatte:            5,00 Euro

+  Schrauben:            0,50 Euro

+  Leim:                      0,20 Euro

+ Engergiekosten:    0,20 Euro

+  Arbeitskosten:       5,00 Euro

Gesamtkosten:          10,90 euro

 

Die kurzfristige Preisuntergrenze in diesem Beispiel liegt somit bei 10,90 Euro. Verlangt der Betrieb im Verkauf weniger für sein Produkt, würde er einen Verlust machen.

Für die langfristige Preisuntergrenze müssten hier noch die Kosten für die Lagerhalle, die Verwaltung und andere Gemeinkosten wie beispielsweise für den Werkschutz einberechnet werden. Aber darum geht es dann im Artikel über die langfristige Preisuntergrenze.

 

Kann man auch unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze verkaufen?

Möglich, aber meistens unklug

Auch das ist möglich, sollte aber die absolute Ausnahme sein.

 

Wann macht es trotzdem Sinn, unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze zu verkaufen?

Es gibt beispielsweise verderbliche Produkte. Dazu zähle ich Blumen oder Lebensmittel. Wenn absehbar ist, dass Blumen verwelken oder das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln abläuft, kann man sie unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze verkaufen. Es ist immer noch besser, einen kleinen Umsatz zu generieren, als dass man die Lebensmittel wegwerfen muss.

 

Fazit zum Thema kurzfristige Preisuntergrenze

Jeder Betrieb sollte darauf achten, nur in Ausnahmefällen unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze zu verkaufen. Selbst wenn man die variablen Kosten durch den Verkaufspreis decken kann, entsteht insgesamt gesehen immer noch ein Verlust.

Ein Verkauf von Produkten unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze ist wirtschaftlich gesehen völlig unklug und sollte nur in den von mir genannten Ausnahmefällen praktiziert werden.

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