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Langfristige Preisuntergrenze berechnen
Langfristige Preisuntergrenze berechnen

Langfristige Preisuntergrenze

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Nachdem es vor zwei Wochen um die kurzfristige Preisuntergrenze ging, besprechen wir heute die langfristige Preisuntergrenze.

https://www.youtube.com/watch?v=8XYhNxDo4Ao

Das ist Teil 2 der Serie zu Preisuntergrenzen. Hier geht es zu Teil 1.

Definition langfristige Preisuntergrenze

Die langfristige Preisuntergrenze (üblicherweise als „LPU“ abgekürzt) berechnet sich aus den Bestandteilen der kurzfristigen Preisuntergrenze und den Gemeinkosten. Eine Alternative Bezeichnung ist auch Selbstkosten bzw. Selbstkosten des Umsatzes.

 

Was heißt das konkret?

Die langfristige Preisuntergrenze berechnet sich aus folgenden Teilen. Zur Erinnerung zunächst die Teile, die aus der kurzfristigen Preisuntergrenze mit in den Produktpreis einfließen.

 

Faktoren aus der kurzfristigen Preisuntergrenze:

  • Einkaufspreis des Produkts (variable Kosten)
  • Lohnkosten für die Weiterverarbeitung
  • Eine anteilige Umlage für Gemeinkosten (Nutzung einer Lagerhalle,

Energiekosten und nicht direkt zurechenbare Kosten wie

beispielsweise für den Werkschutz in Großunternehmen)

 

Für die langfristige Preisuntergrenze müssen folgende Bestandteile mit in die Berechnung des Verkaufspreises einfließen:

  • Kosten für Verwaltung
  • Kosten für Vertrieb

 

Um langfristig kostendeckend zu arbeiten, muss das Unternehmen diese Kosten durch den Verkaufspreis wieder erwirtschaften. Zur Erinnerung:

Die LPU sorgt nur dafür, dass das Unternehmen keinen Verlust macht. Dabei hat die Firma aber auch noch keinen Gewinn erwirtschaftet. Ebenfalls müssten hier alle Produkte verkauft werden und es dürfte nichts im Lager übrig bleiben.

 

Praxisbeispiel langfristige Preisuntergrenze berechnen

Bleiben wir zunächst beim Praxisbeispiel aus dem letzten Artikel mit dem Thema kurzfristige Preisuntergrenze (KPU).

 

Wir berechnen folgende Kosten für die KPU:

Tischplatte:        5,00 Euro

+  Schrauben:        0,50 Euro

+  Leim:                0,20 Euro

+  Energiekosten    0,20 Euro

+  Arbeitskosten:    5,00 Euro

Gesamtkosten:          10,90 euro

 

Um die langfristige Preisuntergrenze zu berechnen, kommen somit noch folgende Preisaufschläge dazu:

KPU                  10,90 Euro

+      Verwaltung          2,00 Euro

+      Vertrieb               2,00 Euro

Gesamtkosten            14,90 Euro

 

Für die langfristige Preisuntergrenze muss der Verkaufspreis also mindestens 14,90 Euro betragen. Bei jedem niedrigeren Preis würde das Unternehmen Verluste verbuchen.

Kann man auch unterhalb der langfristigen Preisuntergrenze verkaufen?

Ja, auch das kann man, sollte es aber nicht tun.

 

Wann kann man bzw. warum sollte man Produkte unterhalb der langfristigen Preisuntergrenze verkaufen?

Wenn Produkte schnell veralten, kann man sie „abstoßen“, bevor sie noch weniger wert werden.

Kommt beispielsweise in absehbarer Zeit bei Computern ein neues Modell auf den Markt, so sollte man seine Lagerbestände möglichst schnell reduzieren. Ansonsten ist man möglicherweise gezwungen, die PC sogar unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze auf den Markt zu „schmeißen“.

Wie bei der kurzfristigen Preisuntergrenze sollte das aber auch hier nur eine Ausnahme sein.

 

Fazit zum Thema langfristige Preisuntergrenze

Wie du siehst, lässt sich auch die LPU relativ leicht berechnen. Ich hoffe, ich konnte dir mit den beiden Artikeln zum Thema kurzfristige und langfristige Preisuntergrenze einen ersten Einblick geben und dich auf das Thema vorbereiten, wenn es im Rechnungswesen behandelt wird.

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