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Opportunitätskosten berechnen
Opportunitätskosten berechnen

Was sind eigentlich Opportunitätskosten in der VWL?

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In der Volkswirtschaftslehre wird früher oder später der Begriff der „Opportunitätskosten“ fallen. Was das ist und wie du Opportunitätskosten berechnen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

https://www.youtube.com/watch?v=GjCofXyDMSI

Was sind Opportunitätskosten?

Opportunitätskosten sind gemäß Definition Kosten, die dadurch entstehen, dass auf eine andere Verwendung von Zeit und Kapital verzichtet wird.

Logisch? Wahrscheinlich nicht. Deswegen werde ich das hier nochmal näher erklären.

 

Opportunitätskosten berechnen: Beispiel

Nimm Folgendes an: Du arbeitest nach der deiner Weiterbildung als Nachhilfelehrer und verdienst hierbei 20 Euro pro Zeitstunde.

Jetzt hast du zu Hause auch noch verschiedene Verpflichtungen.

Beispielsweise musst du den Rasen mähen. In der Zeit, in der du den Rasen mähst, kannst du natürlich keine Nachhilfe geben und damit Geld verdienen.

Du hast zwei Möglichkeiten:

  • Du mähst den Rasen selber und verzichtest auf die Einnahmen aus der Nachhilfe.
  • Du gibst das Rasenmähen an jemanden ab. Gehen wir davon aus, dass Rasenmähen acht Euro pro Stunde kostet. In dieser Zeit arbeitest du entsprechend als Nachhilfelehrer.

 

Wenn du das Rasenmähen abgibst, kannst du somit 12 Euro pro Stunde mehr verdienen, als dich das Rasenmähen kostet. Oder anders herum gefragt: Was kostet dich das Rasenmähen? Richtig: 12 Euro pro Stunde.

Das ist ein einfaches Beispiel, mit dem du die Opportunitätskosten berechnen kannst.

Es gibt ja auch den berühmten Spruch „Zeit ist Geld“. Anhand dieses Beispiels siehst du das dann auch belegt.

 

Andere Bezeichnungen für Opportunitätskosten

Weitere gängige Bezeichnungen für Opportunitätskosten sind:

  • Kosten der entgangenen Alternative
  • Kosten der Reue
  • Kosten entgangener Gewinne

Ein ähnliches Themengebiet wie die Opportunitätskosten ist übrigens der komparative Kostenvorteil.

 

Opportunitätskosten Beispiel am Faktor Zeit

Auch hier wieder ein praktisches Beispiel.

Nehmen wir Folgendes an: Ein Kleinunternehmen mit einem Einmannbetrieb muss gegenüber dem Finanzamt seine Einnahmen und Ausgaben erklären, um seine Besteuerung zu berechnen.

Nun hat er die Möglichkeit, die Steuererklärung selbst zu machen und damit Geld zu sparen. Das kann er natürlich tun und damit Geld sparen.

Hier ergibt sich allerdings als Nachteil, dass er aufgrund seiner fehlenden Fachkenntnisse 1.) deutlich länger braucht als der Steuerberater und 2.) er möglicherweise Fehler macht, die den ganzen Prozess noch verlängern. Ebenfalls besteht das Risiko, dass er bestimmte Kosten, zum Beispiel für Abschreibungen, falsch ansetzt und damit zusätzlich Geld verliert.

In der Zeit, die er für die Steuererklärung braucht, kann er sich nicht auf sein Geschäft konzentrieren. Somit kann das eigenständige Erstellen der Steuererklärung deutlich teurer werden als es an einen Steuerberater abzugeben.

 

In der betrieblichen Praxis

In der betrieblichen Praxis hat man sehr häufig mit Opportunitätskosten zu tun, auch wenn der Begriff vielen Unternehmen auf den ersten Blick nichts sagen wird.

 

Entscheidung, weitere Aufträge anzunehmen

Grundsätzlich freut sich natürlich jedes Unternehmen über neue Aufträge, so viel sollte klar sein.

Allerdings sind Aufträge natürlich immer mit eigenen Kosten verbunden. Nehmen wir an, ein Unternehmen bekommt von einem zufriedenen Kunden einen Auftrag, müsste für diesen Auftrag aber eine neue Maschine kaufen. Wenn abzusehen ist, dass die Maschine nur für diesen Auftrag genutzt wird, kann es Sinn machen, den Auftrag abzulehnen.

Ebenfalls kann es sein, dass für diesen Auftrag neue Mitarbeiter eingestellt werden müssten. Wenn diese nach dem Auftrag wieder entlassen werden, würde die Auftragsannahme mehr Nachteile als Vorteile für das Unternehmen bringen. Die Opportunitätskosten wären in dem Fall zu hoch.

 

Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms

Manche Produkte haben einfach keine starke Nachfrage am Markt. Dann kann es sinnvoll sein, bestimmte Produkte von vornherein nicht am Markt zu platzieren.

Dadurch entstehen Kosten durch entgangene Einnahmen, trotzdem kann es sinnvoll sein, so zu handeln.

 

Fazit

Opportunitätskosten kommen in der betrieblichen Praxis sehr häufig vor, auch wenn diese Begrifflichkeit vielen Entscheidungsträgern im Betrieb nicht ohne nähere Erläuterung etwas sagen wird.

Du kannst dein Wissen aus der Schule natürlich auch gerne mal für dich anwenden und deine persönlichen Opportunitätskosten berechnen.

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