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deckungsbeitrag pro stunde
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Was ist der relative Deckungsbeitag?

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In einem anderen Artikel hatten wir schon besprochen, was die Deckungsbeitragsrechnung ist. Diese unterteilt sich aber noch mal in die absolute und die relative Deckungsbeitragsrechnung. Die Begrifflichkeit „relativer Deckungsbeitrag“ erkläre ich in diesem Artikel.

Relativer Deckungsbeitrag Definition

Beim relativen Deckungsbeitrag wird der absolute Deckungsbeitrag je Stück ins Verhältnis zu einem Engpassfaktor gesetzt. Der Engpassfaktor ist in der Regel die Zeit. Den relativen Deckungsbeitrag möchte ich nun anhand eines Beispiels näher erläutern.

 

Bespiel: Den relativen Deckungsbeitrag berechnen

Eine Maschine kann gleichzeitig nur ein Teil bearbeiten. Nun müssen aber eigentlich zwei Teile bearbeitet werden.

Dafür gelten folgende Voraussetzungen:

Teil A hat einen Stückdeckungsbeitrag von 15 Euro.

Teil B hat einen Stückdeckungsbeitrag von 10 Euro.

Unter den Gesichtspunkten des absoluten Deckungsbeitrags müsste man nun natürlich Teil A den Vortritt lassen, damit es zuerst bearbeitet wird.

Nun kommt aber eine weitere Variable ins Spiel: Die Zeit.

Im Beispiel wäre es dann nämlich so, dass Teil A zwei Stunden zur Bearbeitung benötigt, während Teil B in einer Stunde fertig bearbeitet wird. Folglich ist der relative db bei Teil A auf 7,50 Euro Deckungsbeitrag pro Stunde gesunken.

Wenn der Betrieb nun Teil B den Vorrang gibt, kann er den entsprechend den Deckungsbeitrag erhöhen, trotz das Teil A den höheren absoluten Deckungsbeitrag hat. Der engpassbezogene Deckungsbeitrag von Teil B ist also höher und man hätte mit der Produktion von Teil A höhere Opportunitätskosten.

 

Wann sollte man trotz eines geringeren relativen Deckungsbeitrags produzieren?

In Unternehmen gilt natürlich immer erst das Prinzip Wirtschaftlichkeit. Deswegen sollten auch in der Regel die Produkte mit einem höheren Deckungsbeitrag pro Stunde zuerst produziert werden.

Aber wie immer gibt es auch in der Deckungsbeitragsrechnung Ausnahmen von der Regel. Welche sind das?

 

Man hat gute Kunden

Möglicherweise hat man Stammkunden bzw. Großkunden und gibt Rabatte. Damit verringert sich natürlich der relative Deckungsbeitrag und man verdient erstmal weniger.

Im Gegenzug hat man so natürlich bessere Chancen, den Kunden langfristig zu halten und man bekommt Folgeaufträge. Damit erreicht das Unternehmen eine Fixkostendegression und steht sich besser, als wenn man erst einen kleinen Kunden bedient, von dem möglicherweise keine weiteren Aufträge mehr kommen.

 

Fazit zum Thema relativer Deckungsbeitrag

Der relative Deckungsbeitrag ist eine mehr als sinnvolle Ergänzung zur absoluten Deckungsbeitragsrechnung. In Verbindung mit der Engpassanalyse hilft er dem Unternehmen dabei, Opportunitätskosten zu senken. Durch die Analyse des Deckungsbeitrags pro Stunde kann die Unternehmung ihren gesamten Deckungsbeitrag erhöhen.

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