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X was bedeutet Abschreibung
X was bedeutet Abschreibung

Was bedeutet eigentlich Abschreibung?

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In den Wirtschaftsnachrichten wird immer wieder vom Begriff der „Abschreibung“ gesprochen. Was Abschreibung bedeutet und welche Abschreibungsarten es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

https://www.youtube.com/watch?v=yVh-TwAh5kc

Begriffsdefinition

Abschreibung ist die Erfassung einer Wertminderung des Anlage- und Umlaufvermögens einer Unternehmung.

Konkret erfasst werden können hierbei physische Vermögensgegenstände wie beispielsweise der Fuhrpark, Gebäude oder Maschinen, die veralten und damit weniger wert sind. Aber auch immaterielle Vermögensgegenstände können an Wert verlieren. Beispielsweise können Patente nicht mehr zeitgemäß sein und damit an Wert verlieren.

Das Gegenteil der Abschreibung ist übrigens die Zuschreibung.

 

Warum werden Vermögensgegenstände abgeschrieben?

Der Grund dafür ist recht einfach: Die Gegenstände verlieren an Wert und dieser Wertverlust schmälert die Unternehmensgewinne. Damit muss das Unternehmen dann auch weniger Steuern bezahlen.

Nehmen wir an, ein Unternehmen kauft ein neues Firmenfahrzeug. Dieses Fahrzeug verliert im ersten Jahr ca. 20 Prozent an Wert. Dieser Wertverlust kann steuerlich geltend gemacht werden, obwohl das Fahrzeug unverändert auf dem Hof steht und möglicherweise noch weiter genutzt wird.

 

Degressive Abschreibung und lineare Abschreibung

Vor dem Jahr 2008 gab es zwei Abschreibungsmöglichkeiten: Degressive Abschreibung und lineare Abschreibung. Während der Wirtschaftskrise 2009 und 2010 wurde die degressive Abschreibung wieder eingeführt und ist heute noch gültig für Güter, die vor dem Jahr 2008 gekauft wurden. Seit 2011 und die degressive Abschreibung wieder abgeschafft. Da sie in der Praxis aber noch verwendet wird, beschreibe ich sie trotzdem in diesem Artikel.

 

Lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung werden die Vermögensgegenstände in gleichmäßigen jährlichen Raten abgeschrieben.

Dafür wird der Anschaffungspreis durch die übliche Nutzungsdauer geteilt. Die übliche Nutzungsdauer der verschiedenen Güter ist in der Abschreibungstabelle geregelt.

Beispiel: Eine Maschine wird für 100.000 Euro beschafft. Gemäß der Abschreibungstabelle hat die Maschine eine übliche Nutzungsdauer von 10 Jahren. Folglich kann bei der linearen Abschreibung pro Jahr ein Zehntel des Anschaffungspreises abgeschrieben werden. Der zu versteuernde Gewinn des Unternehmens reduziert sich somit durch diese Maschine jährlich um 10.000 Euro.

 

Degressive Abschreibung

Wie in der Einleitung geschrieben, ist die degressive Abschreibung seit dem Jahr 2011 endgültig abgeschafft. Für Vermögensgegenstände, die vor dem Jahr 2008 gekauft wurden, gilt sie aber immer noch.

Bei der Anwendung dieser Abschreibungsmethode konnte man bis zum dreifachen der linearen Abschreibung verwenden.

Damit würde sich das Beispiel mit der Maschine, den ich bei der linearen Abschreibung verwendet habe, folgendermaßen ändern.

Degressive Abschreibung berechnen:

Anschaffungspreis:

100.000 x 3 = 30.000 Euro

10 Jahre

 

Somit müsste das Unternehmen im ersten Jahr 30.000 Euro weniger versteuern.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die degressive Abschreibungsmethode hat nämlich einen kleinen Haken. Mit der Zeit kann das Unternehmen immer weniger Wertverlust abschreiben. Es ist nicht so, dass jedes Jahr 30.000 Euro Abschreibungskosten für die Maschine angesetzt werden könnten.

 

Die Wertberichtigung im zweiten Jahr sieht folgendermaßen aus:

Wert der Maschine: 70.000 Euro (100.000 Euro Anschaffungskosten minus 30.000 Euro Wertberichtigung im ersten Nutzungsjahr.

Nun wird folgendermaßen gerechnet:

70.000 x 3 = 21.000 Euro

10 Jahre

 

Im Jahr zwei dürfen somit nur noch 21.000 Euro abgeschrieben werden. Das Ganze setzt sich entsprechend fort, dass ab einem gewissen Punkt weniger abgeschrieben werden kann als bei der linearen Abschreibung.

 

Warum degressive oder lineare Wertberichtigung?

Die beiden Abschreibungsarten hatten verschiedene Gründe.

Zum Einen gibt es Vermögensgegenstände, die einen starken Zeitwertverlust haben. Ein Auto ist zum Beispiel nach drei Jahren nur noch ca. 50 Prozent des Neupreises wert. Somit ist eine degressive Abschreibung des Fahrzeugs absolut sinnvoll und praxisnah.

Der andere Grund konnte die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sein. Es ist ja schön, wenn man durch die degressive Abschreibung die Gewinne schmälern kann. Dafür müssen aber Gewinne da sein. Wenn das Unternehmen Verluste macht, nützt einem die degressive Abschreibung herzlich wenig bzw. sie erhöht die Bilanzverluste sogar noch.

Daneben gibt es noch eine nutzungsbedingte Abnutzung der Anlagegüter. In wirtschaftlich guten Zeiten würde die Maschine mehr produzieren und somit stärker verschleißen. Einen Teil dieser Verschleißkosten hätte man dann durch die degressive Abschreibung auffangen können.

 

Fazit

Auch wenn die degressive Abschreibung nicht mehr verwendet wird, steht sie immer noch im Lehrplan bei der Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt. Deswegen solltest du mit dieser Begrifflichkeit umgehen und wissen können, was es mit degressiver und linearer Abschreibung auf sich hat.

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