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was ist der deckungsbeitrag
was ist der deckungsbeitrag

Was ist eigentlich die Teilkostenrechnung bzw. die Deckungsbeitragsrechnung?

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In meiner neuen mehrteiligen Serie geht es um die Teilkostenrechnung und ihre Bestandteile, wie zum Beispiel die Deckungsbeitragsrechnung.

In einem späteren Beitrag werde ich dir noch den Unterschied zwischen Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung erklären.

Definition der Teilkostenrechnung

Bei der Teilkostenrechnung werden nur die variablen Kosten dem Kostenträger zugerechnet. Der in der Teilkostenrechnung berechnete Deckungsbeitrag trägt seinen Anteil zur Deckung der Fixkosten bei.

Logisch? Wahrscheinlich nicht ganz. Deswegen findest du hierzu einige Erläuterungen, wie sich die Teilkostenrechnung definiert. Dazu müssen wir aber zunächst einige Begriffe definieren, die in die Teilkostenrechnung einfließen. Diese sind Deckungsbeitrag, variable Kosten und Fixkosten (die der Deckungsbeitrag finanzieren soll).

Die Begrifflichkeiten kurzfristige Preisuntergrenze und langfristige Preisuntergrenze, die in diesem Zusammenhand eine Rolle spielen, habe ich in den entsprechenden Artikeln schon ausführlich beschrieben.

 

Bestandteile der Teilkostenrechnung

 

Deckungsbeitrag Definition: Was ist der Deckungsbeitrag in der Teilkostenrechnung?

Der Deckungsbeitrag beschreibt die Differenz zwischen Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten.

Hier die Deckungsbeitrag Formel:

Deckungsbeitrag = Erlöse (Umsatz) – variable Kosten

 

Dabei kann es sich um den Deckungsbeitrag eines einzelnen Produkts (Abkürzung: db) oder des gesamten Absatzes (Abkürzung: DB) handeln. Bitte beachte bei den Abkürzungen, dass der Deckungsbeitrag eines einzelnen Produkts mit kleinen Buchstaben und der Deckungsbeitrag aller verkauften Produkte dieses Typs mit Großbuchstaben abgekürzt werden.

Nebenbei bemerkt: Der Deckungsbetrag ist noch wichtig für die Berechnung des Break Even Points.

 

Definition variable Kosten

Variable Kosten steigen, wenn mehr Produkte vom Unternehmen gefertigt werden.

Warum? Nehmen wir an, ein Unternehmen stellt Tische her. Je mehr Tische es herstellt, desto mehr Material muss beschafft werden und es fallen höhere Fertigungslöhne an. Eigentlich logisch.

Zu den variablen Kosten gehören nach der Definition: Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe und Fertigungslöhne.

 

Definition Fixkosten

Fixkosten fallen im Unternehmen unabhängig vom Auslastungsgrad an und sind immer gleich hoch. Beispiele für Fixkosten können sein: Miete für eine Produktionshalle, Werkschutz oder die Leasingraten des Fuhrparks.

Es gibt noch eine Besonderheit bei den Fixkosten: Das sind die sprunghaft fixen Kosten. Diese steigen nicht linear, sondern mit einem Mal an. Das können sein: Es muss eine zweite Produktionshalle gemietet werden oder (als etwas exotisches Beispiel) in der Gastronomie ist ein Kellner für 20 Gäste zuständig. Wenn jetzt mehr als 20 Gäste kommen, braucht man einen zweiten Kellner, weil der erste Kellner die Gäste nicht mehr zeitgerecht bedienen kann.

 

Vorteile der Teilkostenrechnung

Die Vorteile der Teilkostenrechnung liegen auf der Hand: Man kann klar erkennen, was ein einzelnes Produkt zum Erreichen des Betriebsergebnis beigetragen hat. Dieses Ergebnis wird nicht durch Kosten, die nichts direkt mit der Erzeugung des Produkts zu tun haben, verfälscht.

 

Nachteile bzw. Kritik an der Teilkostenrechnung

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und so gibt es auch Kritik an der Teilkostenrechnung. Welche ist das?

 

Ein positiver Deckungsbeitrag ist Voraussetzung

Es ist nahe liegend, dass ein Produkt bis auf sehr wenige Ausnahmen mit einem positiven Deckungsbeitrag verkauft werden muss. Ausnahmen habe ich im Artikel zur kurzfristigen Preisuntergrenze schon benannt.

 

Warum macht ein Unternehmen trotz positiven Deckungsbeitrags Verlust?

Es ist wirtschaftlich absolut fahrlässig, wenn ein Unternehmen nicht alle Kosten in den Verkaufspreis des Produkts einfließen lässt. Es ist absolut möglich, dass alle verkauften Produkte eines Unternehmens einen positiven Deckungsbeitrag haben, die Unternehmung insgesamt aber trotzdem einen Verlust macht.

Warum ist das so? Die Fixkosten können einen sehr hohen Anteil ausmachen, der erwirtschaftet werden muss. Die Kosten für Werkschutz, Produktionshallen, Instandhaltung oder die Beschaffung neuer Maschinen müssen natürlich auch erwirtschaftet werden. Außerdem kann es sein, dass der Vertrieb hohe Preisnachlässe für Kunden gewährt, weil er eben nur den Deckungsbeitrag des Produkts kennt und nicht die Kosten, die wirklich erwirtschaftet werden müssen. Somit kann die Unternehmung als Ganzes sehr schnell in Schieflage geraten.

 

Fazit zur Teilkostenrechnung

Trotz der genannten Nachteile ist die Teilkostenrechnung aus meiner Sicht wesentlich geeigneter für Preiskalkulationen als die Vollkostenrechnung.

Mit der Berechnung des Deckungsbeitrags kann das Unternehmen wesentlich besser erkennen, welche Produkte zum Betriebsergebnis beitragen und welche Erzeugnisse möglicherweise aus dem Produktprogramm genommen werden sollten.

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Ein Kommentar

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