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Effektiv lernen
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Effektives lernen vs. Perfektionismus (Erfolgreich lernen)

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Heute geht es um Effektives Lernen – auch bekannt als  das 80/20 – Prinzip oder Pareto-Prinzio -, und welche Vorteile es dir bei deiner Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt bringt.

https://youtu.be/46RXG3LjAa4

Was ist die 80/20 – Regel bzw. das Pareto – Prinzip?

Das Pareto – Prinzip geht zurück auf den Ökonomen Vilfredo Pareto. Er fand heraus, dass Unternehmen mit 20 Prozent der aufgewendeten Zeit 80 Prozent ihres Umsatzes generierten. Im Umkehrschluss heißt das, dass mit 80 Prozent der aufgewendeten Zeit lediglich 20 Prozent des Umsatzes erzeugt werden konnten. Ökonomisch ist das unvernünftig.

Natürlich ist dieses Prinzip stark vereinfacht, es kommt auch auf die Branche bzw. Tätigkeit an. Außerdem kann es durchaus sinnvoll sein, viel Zeit für etwas aufzuwenden, von dem am „Endprodukt“ nicht viel zu sehen ist. Ein Arzt bzw. Chirurg sollte perfektionistisch sein, um zu verhindern, dass bei einem Patienten hässliche Narben bleiben. Aber da wir auf der Fachschule für Betriebswirtschaft nicht zum Chirurgen ausgebildet werden, können wir diesen Fall ausblenden.

Zurück zum eigentlichen Thema. Was ich damit sagen will ist, dass man für Perfektion sehr viel Zeit aufwenden muss. Man macht sich also sehr viel Mühe für etwas, was die eigene Note nur unwesentlich verbessert. Vielleicht muss man 50 Prozent und mehr der Zeit aufbringen, um seine Note um zehn Prozent zu verbessern. Es ist selten, dass zehn Prozent der aufgewendeten Zeit auch eine zehn Prozent bessere Note bringen.

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Erfolgreich lernen mit der Konzentration auf das Wesentliche

In Klausuren gibt es einen typischen Aufbau, den die Lehrer schon im Studium lernen. Beginnen wir mit der „Einser – Bremse“, didaktisch auch „Neues Gebiet“ genannt. Diese Aufgaben machen in der Klausur in der Regel ca. 10 Prozent der Gesamtpunkte aus. Um dich auf diese (Teil-) Aufgaben vorzubereiten musst du ca. 50 Prozent der Zeit aufwenden.

Daneben gibt es drei andere Bereiche, die also 90 Prozent der Klausur ausmachen. Diese sind „Reproduktion“ (auswendig lernen, 20 Prozent einer Klausur), „Reorganisation“ (angewandtes Wissen, 40 Prozent) und „Transfer“ (fachübergreifendes Wissen, 30 Prozent). Selbst wenn du hier nicht alles richtig machst reicht eine gute Vorbereitung in den meisten Fällen mindestens für die Note „drei“ bis „vier“. Bei guter Vorbereitung ist durchaus eine „zwei“ drin. Deswegen mein Tipp: Konzentriere dich zuerst auf diese drei Teilbereiche.

Wenn du auf diese drei Teile der Klausur ordentlich vorbereitet bist kannst du dich um das neue Gebiet kümmern. Hier findest du einen Artikel, der sich mit dem Thema weiter befasst. Effektiv lernen bedeutet, sich auf die wesentlichen Themen vorzubereiten.

 

Das heißt also, halbherzig lernen reicht?

Nein, das ich natürlich nicht so.

Das, was ich hier schreibe, soll keine Rechtfertigung für Nachlässigkeit beim Lernen sein. Du solltest dich schon anstrengen. Allerdings solltest du dich dabei auf das Wesentliche konzentrieren.

Nicht gewünschte Perfektion und schlampiges Lernen sind unterschiedliche Dinge. Wenn du dir das Einleitungsvideo zu meinem Blog angesehen hast weißt du, dass ich während meiner Weiterbildung in zwei Klausuren eine „fünf“ geschrieben habe. Ich bin also sehr weit von einer perfekten Weiterbildung entfernt. Trotzdem habe ich den Abschluss erfolgreich erhalten. Das ist das, worauf es ankommt. Ich denke nicht, dass mich jemals jemand fragen wird, ob ich denn eine Klausur unter dem Strich geschrieben habe oder nicht.

Meinst du, ein Abteilungsleiter in der Wirtschaft ist während des Studiums nicht mal durch eine Klausur gefallen und musste diese wiederholen? Eben, das passiert und ist kein Weltuntergang. Konzentriere dich auf den Abschluss. Natürlich solltest du es vermeiden, schlechte Noten zu schreiben. Aber wenn es passiert ist, ist das eben so. In dem Fall: Aufstehen, Mund abputzen, weitermachen.

 

Ein Beispiel von meinem Blog:

Ich schreibe diese Artikel mit einem Standardtextverarbeitungsprogramm, was mir bestimmte Fehler anzeigt, aber nicht perfekt ist. Die meisten Rechtschreib- und auch einige Zeichensetzungs- sowie Ausdrucksfehler kann ich somit von vornherein abstellen.

Im Folgenden lese ich mir den Text durch und finde so gut wie immer etwas, das nicht passt. Anschließend lese ich mir den Text nochmals durch und finde meistens noch etwas, was ich anders machen würde. Ich behaupte mal, dass ich damit 95 bis 98 Prozent aller Fehler vermieden habe. Damit lasse ich es dann aber auch gut sein.

Natürlich könnte ich mir den Text auch nochmal und nochmal und nochmal durchlesen und würde wieder etwas finden. Hier würde der Aufwand aber in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Der Sinn dieses Blogs ist es, dir Praxistipps für die Weiterbildung zu geben und nicht, eine Doktorarbeit in Germanistik, Philosophie oder sonst was abzuliefern. Es geht um die Inhalte, die dir einen Vorteil bringen sollen.

 

Deswegen:

Ordentliches lernen mit einer Konzentration auf das Wesentliche – JA!

Perfektion nur wenn du die eigentlichen Inhalte wirklich schon sehr gut verstanden hast.

Wenn du in Perfektion für das eine Fach lernst kann es gut sein, dass dir die Zeit zum Lernen in einem anderen Fach fehlt.

 

Nun wieder zu dir: Welche Erfahrungen hast du gemacht? Welche Meinung hast du zu diesem Artikel? Ich freue mich auf einen Kommentar von dir.

Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!

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