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Arbeitsverhältnis mit Anstand kündigen

Das Arbeitsverhältnis ordentlich kündigen und mit Anstand

| 2 Kommentare

Ein Arbeitsverhältnis mit Anstand zu kündigen ist wichtig, nicht zuletzt im Hinblick auf das zu erwartende Arbeitszeugnis.

Hierbei gibt es verschiedene Dinge für eine ordentliche Kündigung zu beachten. Mehr dazu im Artikel.

Du hast nun einen wirklich langen Weg hinter dir; du hast viele Stellenangebote gelesen, deine Bewerbungsunterlagen ordentlich aufbereitet und ein oder mehrere Vorstellungsgespräche geführt.

Anschließend hast du dein Kündigungsschreiben an den Arbeitgeber übergeben und ein Gegenangebot (hoffentlich) ausgeschlagen.

Jetzt freust dich auf die neue Tätigkeit bei deinem zukünftigen Arbeitgeber.

Nun sind noch einige Formalitäten zu beachten.

 

Voraussetzung, um dein Arbeitsverhältnis ordentlich zu kündigen

Voraussetzung für eine ordentliche Kündigung

Bei der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist unbedingt zu beachten, dass ein Arbeitsverhältnis grundsätzlich schriftlich gekündigt werden muss.

Schriftlich heißt im Übrigen nicht per SMS, Email oder sonstiges; schriftliche Kündigung eines Arbeitsverhältnisses heißt, dass die Kündigung dem Arbeitgeber nachweislich auf Papier zugeht.

 

Die erste Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis schriftlich und nachweisbar zu kündigen

Die erste Möglichkeit besteht darin, die Kündigung doppelt auszudrucken. Eine Version übergibst du dem Arbeitgeber und auf dem zweiten Ausdruck lässt du dir den Eingang deiner Kündigung mit Datum und Unterschrift vom Arbeitgeber bestätigen.

 

Kündigung per Post durch Einwurfeinschreiben oder Übergabeeinschreiben

Die zweite Möglichkeit, deinem Arbeitgeber die Kündigung zuzustellen, ist per Post.

Selbst bei dieser Möglichkeit hat man zwei Optionen.

 

Kündigung per Einwurfeinschreiben:

Hier wird auf ein Etikett auf den Brief geklebt und der Postbote bestätigt mit seiner Unterschrift, wenn er den Brief in den Briefkasten des Empfängers eingeworfen hat. Deswegen der Name „Einwurfeinschreiben“. Juristisch (leider nur theoretisch) gilt der Brief im Moment des Einwurfs als zugestellt. Allerdings kann sich hier in der Praxis das Problem ergeben, dass der Empfänger behauptet, der Brief sei aufgerissen gewesen und er habe keine Möglichkeit gehabt, den Inhalt zur Kenntnis zu nehmen. Diese Aussage kann man glauben oder nicht. Es kann sich aber bei einem eventuellen Gerichtsverfahren das Problem ergeben, dass man den Zugang des Schriftstücks nicht lückenlos beweisen kann. Deswegen gibt es eine sicherere Möglichkeit.

 

Kündigung per Übergabeeinschreiben

Hier wird dem Brief wiederum – wie beim Einwurfeinschreiben – ein Etikett mit einer Seriennummer aufgeklebt. Somit ist der Weg dieser Sendung lückenlos nachweisbar.

Der Postbote lässt sich die Auslieferung dieses Briefs vom Empfänger gegen Unterschrift bestätigen. Somit kann niemand behaupten, ein Brief sei ihm nicht zugegangen oder er konnte keine Kenntnis vom Inhalt nehmen.

Als praktisches Problem ergibt sich, dass der Empfänger die Unterschrift verweigern kann. Bei Unternehmen wird dieses allerdings eher weniger passieren, da sie ja nicht wissen, wer den Brief geschickt hat. Es könnte durchaus die Rechnung eines Lieferanten sein oder ein anderes Schriftstück.

 

Kündigen ohne alle Brücken hinter dir abzubrechen

Bleib sachlich

In der Vergangenheit gab es Stress mit Vorgesetzten oder Kollegen? Du fühlst dich ungerecht behandelt bzw. du wurdest ungerecht behandelt? Du willst einigen Leuten mal wirklich sagen, was du von Ihnen als Mensch oder als Vorgesetzten hältst?

Kann ich verstehen. Bei einigen Arbeitgebern ging es mir auch mal so. Trotzdem habe ich mich „vernünftig“ verhalten und mein Arbeitsverhältnis vernünftig gekündigt.

 

Reaktionen deinerseits auf die Frage nach der Kündigung

Wenn ein Vorgesetzter nach den Gründen fragt kann man diese durchaus nennen. Das Ganze sollte aber sachlich von Statten gehen. Wenn deine Kündigung in der Person eines Vorgesetzten liegt würde ich dir empfehlen, auf die Perspektive bei deinem neuen Arbeitgeber zu verweisen. Denk immer daran: Das ist die Person, die dir ein Arbeitszeugnis ausstellt.

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Nicht „einlullen“ lassen

Die Fragen nach der Wechselmotivation münden oft in ein Gegenangebot. Dazu hatte ich schon einen ausführlichen Artikel geschrieben und begründet, warum du nicht darauf eingehen solltest.

Mach unmissverständlich klar, dass du das Unternehmen verlassen wirst und du einen Arbeitsvertrag schon unterschrieben hast. Du kannst deinen Vorgesetzten auch einfach mal die Gegenfrage stellen, was er oder sie von jemandem halten würde, der einen unterschriebenen Arbeitsvertrag bricht. Als Reaktion wird dir wohl nur Schweigen entgegengebracht.

 

Konzentration auf das Wesentliche

Du solltest du die Diskussion von dir aus wieder auf das Wesentliche lenken.

Wer wird dein Nachfolger? Wie sollst du deine Projekte übergeben und gibt es einen Zeitplan dafür? Das ist natürlich mit einem Fachvorgesetzten zu klären. Das Gegenangebot kommt in der Regel von einem Personaler.

 

Bitte beherzige diese Punkte bei deiner Kündigung und verlasse deinen aktuellen Arbeitgeber mit Anstand!

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2 Kommentare

  1. Ein schwieriges Thema. Wie schon im Artikel erwähnt, ist es wichtig sachlich zu bleiben. Schließlich gibt es noch Kündigungsfristen, die schon mal ein halbes Jahr in Anspruch nehmen können – natürlich je nach der Länge der Betriebszugehörigkeit. Und da ist es dann von Vorteil, wenn man im Gespräch ruhig bleibt und nicht die Nerven verliert, um im Nachinein ein gutes Arbeitsklima zu gewährleisten.

  2. Das stimmt wohl.

    Für den Arbeitgeber ist es eine genauso unangenehme Situation, wie wenn der Arbeitnehmer kündigt. Ich habe meine alte Arbeitsstelle vor einigen Monaten gekündigt und die Situation war mir echt unangenehm. Ich habe über 4 Jahre da gearbeitet und dann beendet man das Ganze im Prinzip von jetzt auf gleich.

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