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Das Gegenangebot vom Arbeitgeber nach der Kündigung

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Immer mehr Mitarbeiter bekommen ein Gegenangebot nach ihrer Kündigung. Was es damit auf sich hat und warum du ein Gegenangebot lieber ausschlagen solltest erfährst du in diesem Artikel.

https://www.youtube.com/watch?v=R-ZJWRDiawk

Hinweis:

Die Beispiele in diesem Text sind in der männlichen Form geschrieben (z.B. „der Chef“). Das dient ausschließlich der besseren Lesbarkeit. Wie immer gelten alle Beispiele für beide Geschlechter gleichermaßen.

 

Du hast es bei deinen Wechselbemühungen schon weit gebracht.

Du hast ein Bewerbungsanschreiben verfasst, ein Vorstellungsgespräch vorbereitet und auch erfolgreich geführt.

 

Wenn du alles richtig gemacht hast, bekommst du nun ein Angebot. Du kannst bei deinem aktuellen Arbeitgeber kündigen.

 

Mit Respekt und Anstand kündigen

Wichtig ist, dass man mit Respekt kündigt.

Dazu gehört, dass du einen Termin mit deinem Vorgesetzten vereinbarst und seinen Weggang aus dem Unternehmen erläuterst.

Du kannst auch Gründe für deine Kündigung angeben, die allerdings nicht in der Person des Vorgesetzten liegen sollten.

Bedanke dich für die Zusammenarbeit. Hier kannst du wie in der Arbeitszeugnissprache den Dank etwas abschwächen. Du kannst dich für die „gute Zusammenarbeit“ oder die „Zusammenarbeit“ bedanken. Sollte es unangenehme Vorfälle in der Vergangenheit gegeben haben, lass diese einfach ruhen, auch wenn dir immer noch die Galle hochkommt. Sich hier noch zu streiten bringt nichts.

 

Wie reagiert dein Vorgesetzter auf deine Kündigung?

Hierzu musst du den Blickwinkel mal etwas drehen.

Versetze dich in die Lage deines Chefs. Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen. Hier entsteht eine Lücke. Die Abteilung wird unproduktiver und möglicherweise muss die Lücke durch Überstunden anderer Mitarbeiter aufgefangen werden.

Hierdurch werden die Kollegen unzufrieden und möglicherweise werden noch mehr Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Aus diesem Grund kann es gut sein, dass dein Vorgesetzter mit einem Gegenangebot reagiert. Das wird in der Regel mit einer ganz offen Frage gemacht: „Was können wir Ihnen denn bieten, dass Sie bei uns bleiben?“ Ganz nach dem Motto: Ich bin der Weihnachtsmann, such dir aus, was du willst.

 

Was ist ein Gegenangebot?

Ein Gegenangebot soll dich dazu bewegen, bei deinem aktuellen Arbeitgeber zu bleiben.

 

Welche Arten von Gegenangeboten gibt es?

Prinzipiell gibt es drei Arten von Gegenangeboten:

 

Das finanzielle Gegenangebot

Beim Wechsel einer Stelle sagt man im Personalwesen im Allgemeinen, dass eine Gehaltssteigerung von zehn bis 15 Prozent ein guter Wert ist. Dieser kann etwas schwanken, zum Beispiel wenn man für die neue Stelle umziehen muss. Aber im Allgemeinen wird es sich in der angegebenen Spanne bewegen.

Zurück zum Thema: Was passiert beim finanziellen Gegenangebot?

Dein Vorgesetzter sagt dir, „wenn Sie bei uns bleiben bekommen Sie das gleiche Gehalt“. Zum finanziellen Gegenangebot können übrigens auch sonstige Vergünstigungen wie Firmenwagen oder Firmenhandy gehören.

Das hört sich doch gut an, oder?

Ja, es ist aber etwas kurz gedacht. Denk mal ein bis zwei Jahre in die Zukunft. Du hast deine Arbeit ordentlich gemacht, du hast vielleicht hier und du etwas an Kosten gespart und du hast du Kunden zufrieden gestellt. Du gehst zu deinem Chef und sagst ihm, dass du mehr Geld verdient hast.

Was sagt dein Chef? „Die Gehaltserhöhung habe ich Ihnen doch schon letztes Jahr gegeben. Was wollen Sie denn noch?“ Auf einmal ist die 10%ige Gehaltssteigerung nicht mehr so toll.

Das ist der erste Grund, ein Gegenangebot auszuschlagen.

 

Das Karriere-Gegenangebot

Was passiert hier?

Dir wird mitgeteilt, dass du eigentlich für eine höhere Position im Unternehmen vorgesehen warst.

Hier wird dir vorgegaukelt, dass du in der Hierarchie aufsteigen sollst. Die Aussicht auf die neue Stelle wird aber in der Regel recht wage gehalten. „Wenn mal was frei wird“ usw. wird dir erzählt werden.

Denk mal eine Sekunde nach; ausgerechnet in dem Moment, wenn du kündigst, soll dir eine neue Stelle angeboten werden?

Da hast du ja ein super Timing. Die Wahrscheinlichkeit dazu geht gegen Null.

Drehe auch hier wieder den Blickwinkel und versetze dich in die Lage deines Chefs: Würdest du jemandem eine höhere Position geben, der aus der Firma schon so gut wie weg war?

 

Das emotionale Gegenangebot

Jetzt wird’s fies und psychologisch.

Dir wird ein schlechtes Gewissen eingeredet. „Sie wollen uns und die Firma im Stich lassen“, könnte eine Frage deines Vorgesetzten lauten. Wenn du ein gutes Verhältnis zu Arbeitskollegen hast wird auch dieses möglicherweise eingesetzt.

Außerdem wird der neue Arbeitgeber madig gemacht.

Der Wechsel wird als Risiko dargestellt und man kann ja nie wissen, ob „das was wird“.

Zwischenfazits ziehen

  • Setze dir immer Zwischenziele. Überlege dir vor einer Bewerbung, ob ein Wechsel in Frage kommt.
  • Ziehe nach deinem Vorstellungsgespräch ein Zwischenfazit, ob die Aufgabe dir richtige ist und ob das persönliche Verhältnis zum potenziellen zukünftigen Vorgesetzten stimmt.
  • Wenn du einen Vertrag bei einem neuen Arbeitgeber unterschrieben hast, darf es kein Zurück mehr geben. Dann muss es verbindlich sein, deswegen musst du dich vor deiner Unterschrift entscheiden.

 

Warum solltest du ein Gegenangebot nach einer Kündigung besser ausschlagen?

Ich denke, ich habe schon ausführlich begründet, warum man ein Gegenangebot nach der Kündigung ausschlagen sollte.

Das finanzielle Gegenangebot ist nur eine vorgezogene Gehaltserhöhung, die in Aussicht gestellte Karriereperspektive gibt es nicht und das emotionale Gegenangebot ist nur ein psychologischer Trick.

 

Fazit

Ein Gegenangebot ist äußerst verlockend.

Langfristig schadest du dir damit aber nur selbst. Deswegen musst du dir im Vorfeld überlegen, was du willst und dich verbindlich entscheiden.

Auch verschiedene Karriereberater raten von der Annahme eines Gegenangebots ab.

 

Nun zu dir:

Hast du nach einer Kündigung auch schon mal ein Gegenangebot bekommen? Wie bist du damit umgegangen? Wenn du es angenommen hast, bist du danach noch glücklich in der Firma gewesen?

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