Nebenberuflich zum Betriebswirt

Die Seite für die nebenberufliche Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt

Staatlich geprüfter Betriebswirt King Schule Kassel
Staatlich geprüfter Betriebswirt King Schule Kassel

Interview mit dem Abteilungsleiter der Martin Luther King Schule (Fachschule für Betriebswirtschaft) in Kassel

| Keine Kommentare

Wie vor den Sommerferien versprochen, konnte ich ein Experteninterview ergattern. Mein Gesprächspartner ist Abteilungsleiter an der Martin Luther King Schule (Fachschule für Betriebswirtschaft) in Kassel und konnte mir einen sehr interessanten Einblick geben, wie die Weiterbildung aus Sicht der Lehrer wahrgenommen wird.

In diesem Interview geht es um Abbrecherquoten, Tipps für Studierende und darum, wie das Engagement der Fachschüler aus Lehrersicht wahrgenommen wird.

Viel Spaß dabei.

Nun zu den Fragen und entsprechenden Antworten.

 

Wir sind in unserer Weiterbildungsklasse mit 30 Schülern gestartet und 20 haben erfolgreich abgeschlossen. Ist das tendenziell ein eher guter oder schlechter Wert?

 

2/3 „Besteher“ ist eher im unteren Durchschnitt anzusiedeln. Unser langfristiges Ziel liegt bei 70 bis 75 Prozent erfolgreichen Absolventen. 80 Prozent wäre schön, die haben wir aber bisher noch nicht geschafft.

 

Was kann man aus Ihrer Sicht gegen die relativ hohen Abbrecherquoten tun? Ist der Stoff zu schwer oder gibt es andere Gründe?

 

Die genauen Gründe müssten wir noch hinterfragen. Das wäre mal ein Thema für eine Projektarbeit 😉

 

Aus dem Gefühl heraus würde ich aber folgende grundsätzliche Probleme identifizieren:

  • Fachschüler schätzen die eigenen Fähigkeiten bzw. Qualifikationen falsch ein.
  • Es fehlt Durchhaltvermögen. Drei Jahre sind eine lange Zeit und der man viel – vor allem Freizeit – opfert.
  • Die Anforderungen der Fachschule werden unterschätzt.
  • Während der Weiterbildung treten berufliche oder persönliche Veränderungen auf, die die Fachschüler zum Abbruch der Weiterbildung veranlassen.

 

Welche Tipps würden Sie den Schülern mit auf den Weg geben, um die Weiterbildung erfolgreich zu bestehen.

 

  • Zunächst sollte man seine Berufschulkenntnisse im Vorfeld überprüfen bzw. aktualisieren. Insbesondere in den Bereichen Mathematik und Rechnungswesen haben viele Schüler größere Probleme. Wenn man länger aus der Schule raus ist, sollte man sich überlegen, einen Kurs auf der Volkshochschule vor der Weiterbildung zu absolvieren. So findet man leichter ins Lernen und hat sein Wissen wieder aktualisiert. Außerdem sollte man als Schüler ehrlich zu sich selbst sein und sich immer hinterfragen, was man weiß und was nicht.
  • Etwas, das vielen Fachschülern fehlt, ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Man verlässt sich auf die Schule oder auf Andere. Das kann bei der Weiterbildung Probleme bereiten. Jeder Fachschüler sollte in der Lage sein, sich um seine Angelegenheiten selber zu kümmern.
  • Auch erleben wir es relativ häufig, dass die Schuld bei anderen gesucht wird, wenn etwas nicht geklappt hat. Das bringt aber nichts. Man muss bei uns in der Lage sein, selber Verantwortung zu übernehmen.
  • Eine Hilfe bei der Weiterbildung ist das Bilden von Arbeitsgruppen. So kann man sich gegenseitig optimal unterstützen und besser lernen.
  • Ein häufiger Fehler ist, dass Probleme nicht kommuniziert werden. Nehmen wir an, jemand ist beruflich stark eingespannt und es ist absehbar, dass seine Fehlzeiten ansteigen werden. Dann sollte der Schüler rechtzeitig mit dem Klassenlehrer reden. So kann man eine gemeinsame Lösung finden. Wenn die Fehlzeiten allerdings erst einmal Überhand genommen haben, wird es schwierig. Deswegen: Frühzeitig an die Lehrer mit Problemen herantreten.

 

Sind Sie insgesamt mit dem Engagement der Fachschüler zufrieden oder was könnten die Schüler aus Ihrer Sicht besser machen, um die Weiterbildung zu bestehen?

 

Grundsätzlich sind wir mit dem Engagement der Schüler zufrieden. Einige Dinge, die besser laufen könnten, wurden ja schon angesprochen.

Das wären:

  • Mehr Selbstverantwortung übernehmen.
  • Den Unterricht besser vor- und nachbereiten und auch aktiv mitgestalten.
  • Die Anwesenheit könnte besser werden. Hierzu sollten sich die Schüler immer zwei Dinge bewusst machen: Erstens besteht eine grundsätzliche Anwesenheitspflicht. Nur weil die Fehlzeiten unter der vorgegebenen Quote liegen heißt das nicht, dass man einfach zu Hause bleiben kann. Zweitens sollte man sich immer im Klaren sein, dass die Unterrichtsinhalte aufeinander aufbauen. Alles, was man verpasst, muss man nachlernen. Das ist alleine zu Hause umso schlimmer. Spätestens vor der Klausur hat man dann deutlich mehr Stress.
  • Die Transferleistungen der Schüler könnten besser sein. Man merkt, dass viele Schüler damit Probleme haben, das Gelernte in neuen und unbekannten Situationen anzuwenden.

 

Was mögen Sie am Lehrerberuf am Meisten und was am Wenigsten?

 

Am Meisten mag ich:

  • Das Unterrichten selbst.
  • Man steht in Kontakt mit jungen Menschen und hält sich somit geistig auch jung.
  • Man bleibt somit an der Jugend.

 

Am Wenigsten mag ich:

  • Klausuren korrigieren (Anmerkung der Redaktion: Das werden wohl 99% aller Lehrer bestätigen).
  • Die Notengebung fällt stellenweise sehr schwer.

 

Welche Tipps würden Sie Fachschülern noch mit auf den Weg geben, um die Weiterbildung erfolgreich zu bestehen?

 

Das wurde im Interview schon angesprochen, trotzdem noch mal auf den Punkt gebracht:

 

  • Man muss lernen, sich selbst zu organisieren. Das wird auf einer Fachschule erwartet.
  • Man muss auf eine gute Kommunikation mit den Lehrern achten und Probleme rechtzeitig kommunizieren.
  • Es muss einem vor der Weiterbildung klar sein, dass man über einen Zeitraum von drei Jahren sehr viel Freizeit opfert.
  • Die Anwesenheitsquote sollte im eigenen Interesse möglichst hoch sein.

 

Vielen Dank für das ausführliche und informative Interview. Als Dank dürfen Sie Werbung für Ihre Schule machen. Warum sollte man sich für eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt auf der Martin Luther King Schule in Kassel einschreiben?

 

Die wirtschaftliche Entwicklung stellt in allen Bereichen der Unternehmungen immer höhere Anforderungen. Der Bedarf an qualifizierten Führungskräften des Middle Managements wächst ständig. Besonders im kaufmännischen Bereich fehlt es häufig an geeigneten Fortbildungsmöglichkeiten für aufstrebende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Die Wirtschaft braucht bei ihrer raschen Entwicklung gut ausgebildete Fachkräfte. Ziel der Weiterbildung in der Fachschule ist es, aufbauend auf einer kaufmännischen Berufsausbildung und praktischer Berufserfahrung, kaufmännisches Grundwissen zu erweitern und ein spezielles Fachwissen zu vermitteln.

Die Absolventinnen und Absolventen sollen die Befähigung erlangen, auf einer mittleren Ebene in Wirtschaft und Verwaltung funktionsbezogene und leitende Tätigkeiten kaufmännischer Prägung selbstständig und verantwortlich wahrnehmen zu können.

Die Martin-Luther-King-Schule bietet die Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Betriebswirt/in in einer 2-jährigen Vollzeit- sowie einer 3-jährigen berufsbegleitenden Teilzeitform an.

 

Die Internetpräsenz der Martin-Luther-King Schule in Kassel findet sich unter www.mlks-kassel.de.

Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!

(Visited 115 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.