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7 Fragen meiner Leserin Franziska vor der Weiterbildung zum Betriebswirt

| 2 Kommentare

Meine Leserin Franziska hat einige Fragen, die mit Sicherheit auch dich interessieren. In diesem Artikel findest du die Fragen und meine Antworten dazu.

Hier findest du weitere Fragen meiner Leser.

https://www.youtube.com/watch?v=WGgNsXt8fpk

An dieser Stelle möchte ich alle anderen Leser auch dazu ermutigen, mir Fragen zu stellen. Mein Blog ist die Plattform für eine Gemeinschaft und man soll sich gegenseitig unterstützen.

1.) Hallo Manuel, erst einmal sorry, dass ich Dir einfach so schreibe.Aber ich habe deinen Blog gelesen und gesehen, dass du deine Mail angegeben hast. Ich finde es echt gut, dass du darüber öffentlich berichtest.

Hallo Franziska,

vielen Dank für deine Nachricht und das Lob. Für die Fragen musst du dich nicht entschuldigen, genau dafür habe ich den Blog ja online gestellt. Ich bin mir sicher, dass viele Leser ähnliche Fragen haben und ihnen die Antworten genauso helfen wie dir.

2.) Kurz zu mir, ich habe mein Fachabitur vor drei Jahren gemacht  (nicht wirklich gut  3,1- damals dachte ich mir noch ABI ist ABI- heute würde ich mehr dafür tun). Anschließend eine Ausbildung zur Intern. Industriekauffrau bewältigt (1,66 Abschlusszeugnis und 89 Punkte Prüfungszeugnis). Für meine Lernfaulheit gar nicht mal so schlecht.

Stimmt. Für einen (nach eigener Aussage) lernfaulen Menschen ist das OK. Ich teile auch deine Meinung, dass in erster Linie der Abschluss zählt und die Noten zweitrangig sind. Das soll kein Alibi zum wenig Lernen oder für Faulheit sein, aber am Wichtigsten ist eben der Abschluss selbst.

 

3.) Nun überlege ich mir, den Betriebswirt zu machen. Ich bin aus Bayern an der Grenze von Baden Würtemberg (Ulm). Ich kann auf der Handwerkskammer Ulm meinen Betriebswirt in 10 Monaten machen, dann habe ich immer freitags von 13- 21 Uhr und samstags von 09:00-17:00 Uhr Schule. Mit meinem Arbeitgeber habe ich bereits gesprochen, ich dürfte freitags immer um 12:00 Uhr gehen…soweit schon mal gut… Bafög ist auch genehmigt worden. Allerdings habe ich Zweifel, ob ich das ganz wirklich schaffe durchzuziehen, geschweige denn ob ich fähig bin es zu schaffen?

Das ging mir ähnlich, als ich 2006 (vor gefühlten Millionen von Jahren, als die Dinosaurier noch die Erde regierten 😉 ) mit dem Fachabi in der Abendschule begonnen habe. Ich hatte vorher auch nur einen durchschnittlichen Realschulabschluss gemacht und hatte ernsthafte Bedenken, ob ich den Abschluss packe.

Aber ich habe damals den wichtigsten Schritt zum Erfolg gemacht: Ich habe begonnen. Da habe ich mir einfach mal die Alternativen und entsprechende Konsequenzen vor Augen gehalten.

Möglichkeit 1: Ich bestehe die Weiterbildung und habe 2,5 Jahre später mein Fachabi in der Tasche. Das ist schon mal definitiv gut.

Möglichkeit 2: Ich schaffe es nicht. Dann kann ich wenigstens zu mir selbst sagen, dass ich es versucht habe. By the way: Ich habe das Fachabi insgesamt mit einer 2,1 bestanden. Also kam auch ein gutes Ergebnis dabei raus.

Möglichkeit 3: Ich beginne gar nicht erst und sage mir für den Rest meines Lebens „hättest du es wenigstens mal versucht“. Gerade diese Ungewissheit wäre für mich schlimmer als das Scheitern.

 

Dadurch, dass ich das Fachabi schon in der Abendschule geschafft hatte wusste ich, dass ich auch den Betriebswirt definitiv packen kann. Das habe ich dann später auch von meinen Klassenkameraden in der Abendschule beim Betriebswirt gehört. Mit jeder bestandenen Klausur wächst dein Selbstbewusstsein und du weißt, dass du deinem Ziel ein Stück näher gekommen bist.

4.) Ist es machbar, wenn man im Unterricht immer da ist und aufpasst? Oder muss man selber viel  dazulernen und schon ein sehr schlaues Köpfchen sein?

Es ist definitiv machbar. Den wichtigsten Bestandteil für deinen Erfolg hast du gerade schon genannt: Regelmäßige Anwesenheit und gute mündliche Beteiligung im Unterricht.

Bei uns wurden Hausaufgaben gegeben und das war auch gut so. Ich kann nur jedem empfehlen, die Hausaufgaben zu machen. So weiß man gleich, wo Lücken sind und kann in der nächsten Stunde nachfragen. Das reduziert den Lernaufwand vor Klausuren enorm.

Ein „schlaues Köpfchen“ musst du nicht sein und das bin ich auch nicht. Ich habe die Weiterbildung insgesamt mit einer 2,6 also einer 3+ abgeschlossen. Das ist auch nur Durchschnitt. Und, um offen und ehrlich zu sein, es wäre auch mehr drin gewesen. Ich war auch nicht immer der Lernfleißigste 😉

 

5.) Mein Modell ist so aufgebaut, dass ich die ersten Drei Monate Unterricht habe und dann direkt meine erste Prüfung über die durchgenommenen Themen schreibe, somit muss ich am Ende nicht alle Themen wiederholen (für mich was sehr positives).

Das Modell finde ich auch gut. Das ist ähnlich wie auf der Uni. Wenn ein Modul abgeschlossen ist, kann man es im Prinzip vergessen.

Da solltest du dich aber noch erkundigen, welche Themen in der Abschlussklausur vorkommen, wenn in dem Modul eine Klausur geschrieben wird. Vielleicht kommen die Themen auch noch dran.

 

6.) Vielleicht kannst du mir ein bisschen weiterhelfen über die Weiterbildung, deinen richtigen Downs und Verzweiflungen und mir vielleicht eine ehrliche Meinung geben, ob es wirklich machbar wäre, da ich die Weiterbildung selbst zahle und mir das Geld für ein Scheitern zu Schade ist.

Mit zehn Monaten für die Weiterbildung bist du gut bedient. Bei mir waren es immerhin drei Jahre.

Folgende Tipps würde ich dir mit auf den Weg geben:

  • Eine „Durchhängerphase“ ist normal und das geht fast jedem so. Das ist menschlich. In diesem Fall solltest du trotzdem die Zähne zusammenbeißen. Da kann man sich etwas selbst manipulieren. Sag dir einfach: „OK, das eine Mal heute gehe ich heute noch zur Schule.“ Beim nächsten Mal machst du das wieder und so weiter. Immer einen Schritt vor den anderen setzen.
  • Achte immer auf eine Anwesenheit und bleib nur zu Hause, wenn es nicht anders geht.
  • Mach Hausaufgaben und frag immer in der nächsten Stunde nach, was du nicht verstanden hast. Lass Lücken gar nicht erst entstehen.
  • Mach dir immer klar, für wen du die Weiterbildung einzig und allein machst: Für die Person, die dich jeden Morgen im Spiegel ansieht. Je mehr du weißt, desto mehr kannst du im Berufsleben fordern.
  • Guck öfter mal auf meinen Blog. Die Lernhilfen und Zeitmanagement Tipps sind zeitlos. Die Hilfen stammen aus meinen praktischen Erfahrungen.

 

 

7.) Ich muss natürlich viel in meiner Freizeit runterschrauben( habe ein Pferd …), das ist mir bewusst. Außerdem habe ich zusätzlich noch ein Freund, der in den 10 Monaten mich in der Woche evtl. auch mal sehen möchte…Ich wäre dir über einen Rat wirklich sehr Dankbar Ganz liebe Grüße aus Bayern. Franzi

Die Weiterbildung bezahlt man natürlich mit einem großen Teil seines Privatlebens. Ich würde dir empfehlen, im Vorfeld mit deinem Freund zu sprechen. Sag ihm, warum du die Weiterbildung machen willst und welche Vorteile sie bringt. Hör ihm zu, was er meint und findet eine gemeinsame Lösung. Vielleicht will er sich in der Zeit ja auch weiterbilden.

 

So weit meine Meinung zum dem Thema. Ich würde mich über Kommentare meiner Leser im Kommentarfeld freuen.

Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!

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2 Kommentare

  1. Hallo Franziska,
    toll, wie du dich im Vorfeld erkundigst! Ich habe den Betriebswirt zusammen mit Manuel gemacht. Ich habe mir im Vorfeld nicht so viele Gedanken gemacht, bin eifach drauf los gelaufen. Ich bereue keinen einzigen Tag, obwohl ich Zwischending ca. 2 Monate aussetzen musste krankheitsbedingt. Deine Motivation zum weiter machen muss nicht von dir kommen, du lernst garantiert tolle Menschen kennen, sie dich mitziehen werden. Stell dir einfach darauf ein, dass die 10 Monate ausschließlich für Arbeit und Schule da sein werden und es wird laufen. 10 Monate sind eine wirklich überschaubare Zeit. Vielleicht vereinbarst du soetwas wie Meilensteine mit deinem Freund „nach 2 Monaten Kino nur mit dir“ oder „nach 4 Monaten 1 Tag Wellness mit dir“. So wird auch für ihn die Zeit überschaubar. Und nur so nebenbei: ich glaube in unserer Gruppe ist keine Beziehung wegen der Schule zerbrochen 😉 und wir hatten 3x die Woche Schule!
    Pack es an, du wirst es nicht bereuen und wahnsinnig stolz auf dich sein am Ende. Du wirst dich wundern, wieviel Kraft und Durchhaltevermögen in dir steckt.
    Viele Grüße
    Tatjana

    • Hallo Tatjana,

      danke für dein positives Feedback!
      Und danke Manuel für die wirklich ausführliche Antwort.

      Ich bin schon ein paar Schritte weitergekommen, mein Betrieb übernimmt die Hälfte der Kosten für meine Weiterbildung. Mein Pferd habe ich für die 10 Monate auch versorgt bekommen, sodass ich (leider) nur zwei mal in der Woche in Stall gehe, ich aber echt Zeit habe, um zu Lernen. Einmal die Woche arbeite ich noch abends nebenzu….

      Da mein Freund eine Landwirtschaft hat und ständig unterwegs ist, fällt es wahrscheinlich gar nicht groß auf, dass ich im Lernstress bin… ich denke das kriegen wir schon hin.

      Ich sehe der Sache jetzt echt positiv entgegen… Vielleicht benötige ich während der Weiterbildung nochmals eure Hilfe, aber ich werde auf jeden Fall öfters in diesen tollen Blog hier reinschauen.

      Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung 🙂

      Liebe Grüße Franzi

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