Nebenberuflich zum Betriebswirt

Die Seite für die nebenberufliche Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt

Der autoritäre Führungsstil
Der autoritäre Führungsstil

Der autoritäre Führungsstil nach Lewin (Teil 2 der Serie)

| Keine Kommentare

Der autoritäre Führungsstil. Teil zwei in der Serie zum Thema Führungsstile nach Lewin.

Beachte bitte, dass ich hier den autoritären Führungsstil in seinem Extrem darstelle. Auch in diesem Führungsstil gibt fließende Grenzen zu anderen Führungsstilen.

https://www.youtube.com/watch?v=iYVkUdqOwJ4

Hier findest du das Inhaltsverzeichnis der Serie.

Was ist der autoritäre Führungsstil?

Definition

Der autoritäre Führungsstil definiert sich dadurch, dass die Führungskraft das alleinige Sagen hat. Alle Informationen gehen an die Führungskraft und Aufgaben werden persönlich an die Mitarbeiter weitergeleitet.

Die Entscheidungsbefugnis ist klar geregelt: Der Vorgesetzte entscheidet, was wie gemacht wird.

 

Umgang mit guten und schlechten Leistungen

Gute Leistungen werden als selbstverständlich hingenommen; dafür werden „die Mitarbeiter ja bezahlt“. Schlechte Leistungen haben Zurechtweisungen oder Strafen zur Folge.

 

Entscheidungsfindung

Die Entscheidungsfindung geht schnell. Die Führungskraft sagt „ja“ oder „nein“. Die Mitarbeiter werden nicht gefragt.

 

Folgen für die Mitarbeiter

Die Arbeit wird schnell eintönig und unbefriedigend.

Anweisungen müssen umgesetzt werden und Platz für eigenständige Entscheidungsfindungen besteht wenig bis gar nicht. In der Folge macht man „Dienst nach Vorschrift“ oder verlässt das Unternehmen.

 

Folgen für das Unternehmen

Menschen machen Fehler, auch strenge Vorgesetzte.

Das das nicht vorhandene Mitspracherecht der Mitarbeiter fallen Fehler erst auf, wenn es zu spät ist. Das kann unzufriedene Kunden zu Folge haben.

 

Wer verwendet den autoritären Führungsstil in der Regel?

Prinzipiell gibt es zwei Persönlichkeiten, die den autoritären Führungsstil bevorzugen; der Patriarch und der Charismatiker.

Der Patriarch verkörpert die uneingeschränkte Macht. Er entscheidet, wer was bekommt und das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Es gibt durchaus Patriarchen, die ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich gut bezahlen und für gute Arbeitsverhältnisse sorgen. Patriarchen haben ihren Ursprung in der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts. Hier schufen sie guten Bedingungen für ihre Arbeiter in der Industrie, in dem sie günstige Wohnungen anboten und den Kinder der Arbeiter einen Schulbesuch ermöglichten. Das war zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenzug trafen sie alle Entscheidungen im Unternehmen alleine oder eine Einmischung zu akzeptieren.

Die zweite Gruppe, die diesen Führungsstil häufig verkörpern sind die Charismatiker. Sie wissen, wen sie für ihre Ziele einspannen können und damit übervorteilen sie andere sehr gerne. So kommen sie zu ihrem Ziel.

autoritärer Führungsstil

Charakterisierung des autoritären Führungsstils

Informationsfluss

Alle Informationen gehen an die Führungskraft. Auf Basis dessen werden die Entscheidungen getroffen. Wenn ein Mitarbeiter Wissen nicht weitergibt oder sogar bewusst vorenthält gibt es Ärger.

 

Klare Regeln

Regel Nummer eins: Die Führungskraft entscheidet. Immer!

Des Weiteren werden Arbeitsabläufe durch persönliche Anweisungen und allgemeine gültige Abläufe festgelegt.

 

Leistung

Jeder hat sich dem Gesamtziel unterzuordnen. Das schließt die Führungskraft mit ein. Wer hier nicht mitzieht hat aus Sicht der autoritären Führungskraft nichts im Unternehmen zu suchen.

 

Hierarchisches System

Es wird klar zwischen Führungskraft und Mitarbeiter unterschieden. Ein „wir“ gibt es in dieser Form nicht. Nur „ich“ und „ihr“.

 

Persönliche Belange werden ignoriert

„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ sagt man bei der Bundeswehr.

Persönliche Probleme dürfen aus Sicht des autoritären Vorgesetzten nichts mit dem Beruf zu tun haben.

 

Deligieren von Aufgaben

Wer mit einer Aufgabe betraut wird, hat diese auszuführen.

Es werden keine Widerworte geduldet.

 

Noch einmal: Klare Anweisungen

Die Führungskraft bestimmt, wie eine Arbeit ausgeführt wird. Eine eigene Lösungsfindung der Mitarbeiter wird nicht akzeptiert.

 

Welche Vorteile hat der autoritäre Führungsstil?

Durch die umfassende Kontrolle kann durchaus ein gewisser qualitativer hoher Standard sichergestellt werden. Die Mitarbeiter sind sich von vornherein bewusst, dass ihre Arbeitsergebnisse genau kontrolliert werden. Deswegen versuchen sie in der Regel gar nicht erst, die Arbeit nachlässig zu machen.

Zusätzlich wird die Arbeit zeitgerecht erledigt. Die Führungskräfte kontrollieren die Erreichung von Zwischenzielen und machen Druck, wenn etwas in Zeitverzug gerät.

Passive Mitarbeiter brauchen stellenweise klare Anweisungen. Diesen hilft der autoritäre Führungsstil bei der Erreichung ihrer Ziele.

 

Welche Nachteile hat der autoritäre Führungsstil?

Der autoritäre Führungsstil kann Mitarbeiter schnell demotivieren. Man kann keine eigene Kreativität in die Arbeit einbringen und es wird sehr schnell eintönig. Das wird einige Mitarbeiter dazu veranlassen, ihren Job zu kündigen. Nicht zuletzt weil der Vorgesetzte den Mitarbeitern persönlich unsympathisch ist. Es gibt eine Weisheit im Personalwesen: Mitarbeiter verlassen keine Unternehmen, Mitarbeiter verlassen Vorgesetzte.

Noch dazu hat dieser Führungsstil einen gravierenden Nachteil: Die Vorgesetzten, die diesen Führungsstil praktizieren, sind in der Regel der Charaktertyp „Entscheider“. Aufgrund dessen Persönlichkeit wird er alle Erfolge sich selbst zuschreiben und kein Lob an das Team weitergeben. Somit entsteht zusätzliche Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern.

 

Fazit zum autoritären Führungsstil

Wie eingangs schon erwähnt, gibt es nicht den einen richtigen oder falschen Führungsstil.

Tendenziell wird der autoritäre Führungsstil oder größeren Systemen angewendet, wo man nicht jedem Mitarbeiter auf die Finger schauen kann. Durch die eindeutigen Regelungen soll ein einheitliches Arbeitsergebnis erreicht werden und es können beispielsweise Unfälle verhindert werden.

Je kleiner eine Organisation ist, desto eher kann man auf den autoritären Führungsstil verzichten. Nicht unterschätzen sollte man die Belastung der Führungskräfte. Wenn jede Entscheidung durch sie getroffen werden muss entsteht schnell eine Überlastung. Außerdem kann diese Art der Führung schnell zu Konflikten zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten führen.

Tendenziell ist der autoritäre Führungsstil für mich ein Auslaufmodell, auch wenn er stellenweise nicht zu umgehen ist.

Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!

(Visited 88 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.