Neue Serie zum Thema Führungsstile nach Lewin (autoritärer Führungsstil, kooperativer Führungsstil)

Mit deiner Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt qualifizierst du dich für eine Tätigkeit im mittleren Management, deswegen wirst du früher oder später einen der verschiedenen Führungsstile (nach Lewin) anwenden müssen.

In dieser Serie gehe ich auf die verschiedenen Führungsstile nach Lewin ein. Alle zwei Wochen kommt ein neuer Teil dazu. Zwischenzeitlich veröffentliche ich andere Artikel zur nebenberuflichen Weiterbildung.


Hier findest du das Inhaltsverzeichnis der Serie.

Die Führungsstile sind auch in Thema in der allgemeinen BWL, die die im Lauf deiner Weiterbildung früher oder später über den Weg laufen werden.

Wie üblich beschreibe ich die Beispiele aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich in der männlichen Form (Vorgesetzter, Mitarbeiter). Selbstverständlich gilt alles Gesagte für Frauen und Männer gleichermaßen.

 

Welche Führungsstile nach Lewin gibt es?

Grundsätzlich werden drei Führungsstile benannt (Führungsstile Übersicht):

  • Der autoritäre Führungsstil
  • Der demokratische oder kooperative Führungsstil
  • Der Laissez faire Führungsstil
Schematische Darstellung Führungsstile nach Lewin (autoritärer Führungsstil, demokratischer Führungsstil, laissez faire Führungsstil)

Schematische Darstellung Führungsstile nach Lewin (autoritärer Führungsstil, demokratischer Führungsstil, laissez faire Führungsstil)

Die Grenzen zwischen diesen Führungsstilen sind fließend und man kann nicht den einen oder den anderen Führungsstil sehen. Trotzdem gibt es Tendenzen, nach denen man den Führungsstil einordnen kann.

Welcher Führungsstil verwendet wird, hängt im Übrigen auch viel von der Persönlichkeit des Vorgesetzten ab. Hier sieht man wieder Parallelen und Gemeinsamkeiten mit den vier grundsätzlichen Persönlichkeiten von Menschen.

Auch die Unternehmenskultur hat einen wesentlichen Einfluss auf den verwendeten Führungsstil. Der richtige Führungsstil muss zur richtigen Zeit verwendet werden. Deswegen kann zum Beispiel der autoritäre Führungsstil in dem gleichen Unternehmen mit den gleichen Mitarbeitern völlig richtig oder völlig falsch sein. Hier sind die Vorgesetzten und ihre soziale Kompetenz gefordert. Hier ist die Personalentwicklung gefordert, die richtigen Mitarbeiter als Führungskräfte weiterzuentwickeln.

 

Was bewirkt der richtige Führungsstil?

 

Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit

Der richtige Führungsstil sorgt für eine gute Mitarbeiterzufriedenheit und damit zumindest indirekt auch für wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Denn zufriedene Mitarbeiter leisten gute Arbeit und damit stellt man dann auch die Kunden zufrieden.

 

Kosten durch externe Stellenausschreibungen und Einarbeiter werden reduziert

Außerdem entstehen durch unzufriedene Mitarbeiter indirekte Kosten; wenn Mitarbeiter unzufrieden sind, verlassen sie das Unternehmen. Dann muss die Firma wieder neue Stellen ausschreiben, was heutzutage wirklich viel Geld kostet.

Die Zeit, in der eine Position unbesetzt ist, kostet Geld. Außerdem muss man neue Mitarbeiter einarbeiten und in dieser Zeit können die schon eingearbeiteten Mitarbeiter keine Arbeit leisten. Von außen betrachtet sieht das nicht soooo dramatisch aus, wer aber mal einen Kollegen eingearbeitet hat, weiß, wie viel Aufwand das ist. Je nach Position kann eine gute Einarbeitung drei bis sechs Monate dauern.

 

Wie ist welcher Führungsstil charakterisiert?

Hier benenne ich die grundsätzlichen Führungsstile nach Lewin.

Wie oben schon geschrieben, sind die Grenzen der Führungsstile fließend. Vielleicht kennst du ja den einen oder anderen Führungsstil aus der betrieblichen Praxis oder verwendest ihn selbst 😉

 

Der autoritäre Führungsstil

Dieser Führungsstil ist streng hierarchisch.

Der Vorgesetzte entscheidet alleine und die Mitarbeiter müssen die Aufgaben ausführen. Sie haben kein Mitspracherecht. Mitarbeiter werden hier in der Regel streng kontrolliert.

 

Welche Vorteile hat der autoritäre Führungsstil?

Der Vorgesetzte kann „Druck machen“. In vielen Fällen verbessern sich die Arbeitsergebnisse, weil die Angestellten wissen, dass sie genau kontrolliert werden.

Außerdem geht die Entscheidungsfindung schnell, da es nur eine entscheidende Instanz (den Vorgesetzten) gibt.

 

Welche Nachteile hat der autoritäre Führungsstil?

Die Mitarbeiter werden in ihrer Entscheidungsfindung stark eingeschränkt. Damit kann mittel- und langfristig auch die Motivation leiden. Die Arbeit wird unbefriedigend und somit ist es wahrscheinlich, die viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

 

Der kooperative oder demokratische Führungsstil

Diesen Führungsstil habe ich übrigens als Teamleiter bei meiner Projektarbeit verwendet.

Der Vorgesetzte trifft viele Entscheidung gemeinsam mit seinen Mitarbeitern. Jeder hat ein Mitspracherecht und kann seine Meinung in Entscheidungen mit einbringen. Diskussionen sind erlaubt und er stellenweise erwünscht.

 

Welche Vorteile hat der demokratische Führungsstil?

Er bringt Vielfalt und Kreativität in die Entscheidungsfindung.

Jeder kann sich einbringen und so entsteht in der Regel ein ideales Ergebnis.

 

Welche Nachteile hat der demokratische Führungsstil?

Was passiert, wenn bei der Entscheidungsfindung jeder ein Veto einlegen kann? Richtig, es kann sehr lange dauern, bis ein gemeinsamer Konsens gefunden wird.

 

Der Laissez-faire Führungsstil

Hier haben die Mitarbeiter weitestgehende Freiheiten.

Die Mitarbeiter können ihre Entscheidungen völlig ohne zutun des Vorgesetzten treffen.

 

Welche Vorteile hat der Laissez-faire Führungsstil?

Er ist klassisch für die Kreativ-Abteilung geeignet. Mitarbeiter, die sich voll mit ihrer Arbeit identifizieren, sind hier richtig. Sie müssen nur die Ergebnisse rechtfertigen und die sind in der Regel gut.

 

Welche Nachteile hat der Laissez-faire Führungsstil?

Wenn man Menschen Freiräume lässt und sie nicht kontrolliert, können sie diese Freiräume ausnutzen. Dieser Führungsstil wurde von Bankern vor der Finanzkrise genutzt und viele Menschen haben diese Freiräume für sich selbst ausgenutzt und anderen Menschen geschadet. Die Folgen dieses Führungsstils können erheblich sein.

 

Fazit

Es gibt nicht den richtigen oder den falschen Führungsstil, sondern nur den zum Unternehmen, zu den Mitarbeitern und zur Situation passenden Führungsstil. Die Kompetenzen der Vorgesetzten sind hier entscheidend.

Das war der erste Teil von meiner Serie über Führungsstile. Die weiteren Teile folgen im zweiwöchigen Abstand.

Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!

(Visited 122 times, 1 visits today)

2 Gedanken zu „Neue Serie zum Thema Führungsstile nach Lewin (autoritärer Führungsstil, kooperativer Führungsstil)

  1. Hey, eine schöne Übersicht. Vielleicht noch ergänzend zum autoritären Führungsstil.

    Man kann, bzw. man sollte, diesen Führungsstil auch in Krisen- oder Notsituationen einsetzen. Allein „Druck machen“ kann ja nicht der Anspruch sein.

    Gerade bei Krisen ist hier die schnelle Entscheidung bzw. das schnelle Handeln ein starker Vorteil des autoritären Führungsstils.

    Liebe Grüße

    1. Das ist absolut richtig.

      Dein Kommentar greif schon auf den übernächsten Teil der Serie vor. Da präsentiere ich den situativen Führungsstil. Diese Führungsmethode nutzt einen der drei grundsätzlichen Führungsstile je nach Situation und nach Mitarbeiter.

      So kann die Führungskraft flexibel reagieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *